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Kartenlegen

Kartenlegen

kartenlegen-bildDas Kartenlegen ist ein Teilbereich des Wahrsagens, bei dem besondere Karten wie Tarot-, Kipper- oder Orakelkarten verwendet werden, um etwas über die persönliche Situation des Fragenden zu erfahren. Es handelt sich um eine sehr junge, neuzeitliche Technik zur Verwendung von Spielkarten, die erst zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert in Mode gekommen ist. Den Mittelpunkt bildet das Gespräch zwischen dem Wahrsager und dem Fragenden, das darauf abzielt, etwas über sich selbst zu erfahren. Es handelt sich um eine beliebte, weit verbreitete Technik, die im China des 7. Jahrhunderts entstanden sein soll. Im 18. Jahrhundert schließlich wurde die Kartomantie von französischen Okkultisten in Europa verbreitet.
Die Kunst des Legens von Karten dient als Hilfestellung, um den Fragenden dabei zu unterstützen, bestimmte und ausgewählte Probleme zu lösen. Dazu werden die Karten von der Wahrsagerin oder dem Wahrsager gemischt und anschließend nach bestimmten Mustern und Bildern ausgelegt. Die Kartenposition, kombiniert mit der Kartenbedeutung, hilft dem Kartenlesenden dabei, etwas herauszulesen, das einen Blick auf die Zukunft und die Lebensanalyse gestattet.
Wahrsagekarten oder Wahrsagerkarten, die zum Legen benutzt werden, sind in Form zahlreicher, verschiedener Kartenspiele erhältlich. Die ersten von ihnen tauchten bereits zwischen 1480 und 1505 als Folgeprodukt des frühen Buchdrucks auf. Heutzutage werden Wahrsagekarten permanent weitergestaltet und neu überarbeitet. Darüber hinaus entstehen immer wieder neue Kartomantiesysteme. Im Folgenden sei auf vier der bekanntesten und beliebtesten Kartensets zum Kartenlegen eingegangen: Tarotkarten, Lenormandkarten, Kipperkarten und Orakelkarten.

TarotTarot

Das Tarotspiel ist ein genuines europäisches esoterisches System aus 78 Spielkarten. Er gliedert sich in die großen Arkana – 22 Trümpfe, die von 0 bis 21 nummeriert sind –, und die kleinen Arkana – 56 Farbkarten mit Bildern und Zahlen. Die drei bekanntesten und einflussreichsten Tarotkartendecks sind das Marseille-, das Rider-Waite- sowie das Crowley-Tarot. Das Wissen um die Herkunft des Tarotspiels gilt bis heute als ungesichert. Gewiss ist nur, dass das Wort „Tarot“ aus der französischen Sprache stammt. Nach einer Legende des französischen Mystikers Papus soll der berühmt-berüchtigte Spielkartensatz im alten ägyptischen Reich entstanden sein – eine interessante Annahme, für die es allerdings keine Beweise gibt. Die Entstehung des Spiels mit 22 Trumpfkarten, wie wir es heute kennen, scheint auf die Periode zwischen 1460 und 1470 zu fallen – eine Zeit, in der das Tarotspiel zur Massenproduktion fand, bevor es ein international verbreitetes Erfolgsprodukt wurde. Im 19. Jahrhundert begannen zahlreiche okkultistisch-esoterische Gesellschaften, den Tarotkartensatz als Werkzeug der Selbsterkenntnis zu entdecken.
Tarotkartendecks sind in zahlreichen Varianten erhältlich, die sich vor allem durch ihre zugrundeliegenden spirituellen, kulturellen, esoterischen und philosophischen Systeme, aber auch durch ihre künstlerische Gestaltung voneinander unterscheiden. Zu den bekanntesten Trumpfkarten des Tarotspiels gehören die Liebenden, der Gehängte, der Tod, der Teufel und der Turm. Hinzu kommen Farbkarten in den Farben Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen, die meist mit den vier klassischen Elementen – Feuer, Wasser, Luft und Erde – assoziiert werden.
Moderne Wahrsagende und Tarotlesende gehen davon aus, dass das Tarot zwar keine Ereignisse vorhersagen, aber durchaus Tendenzen anzeigen kann. Dadurch ist seine Relevanz für die Beantwortung einer Frage nach wie vor unerreicht. Das Kartendeck sowie das Legesystem sollten anhand der Fragestellung ausgewählt werden. Die berühmtesten und am häufigsten beschriebenen Legesysteme beim Tarotkartenlegen sind das Legen mit drei Karten, das keltische Kreuz, der Kompass, das Kreuz und das Liebesorakel.

Lenormandlenormand

Lenormandkarten sind Wahrsagekarten, die nach Marie Anne Lenormand, einer französischen Wahrsagerin und Kartenlegerin, benannt sind. Heutzutage wird fast ausschließlich das „kleine“ Lenormanddeck mit 36 Karten benutzt. Es handelt sich um ein Produkt des 19. Jahrhunderts, zu erkennen an dem charakteristischen, biedermeierlichen Stil. Neben den Tarotkarten sind Lenormandkarten die bekanntesten und beliebtesten Karten zum Legen.
Die Lenormandkarten erschienen 1845, zwei Jahre nach dem Tod ihrer Kreateurin. Das erste, ursprüngliche Lenormandspiel umfasste 54 Karten, die Szenen aus der griechischen Mythologie sowie Sternbilder, Talismane und Buchstaben zeigten. Nur wenig später erschien auch das „Petit Lenormand“ mit seinen 36 Karten – ein Spieltypus, der von Kartenmachern in Belgien, Österreich, Deutschland und der Schweiz gestaltet wurde. Neben Bildsymbolen in biedermeierlicher Gestaltung enthält jede Lenormandkarte die Abbildung einer Spielkarte in Kleinformat. Andere Ausgaben ersetzen das Kartenbild durch einen Vers, der den Kern der Kartenaussage formuliert. Die Lenormandkarten gliedern sich in Sach- und Personenkarten. Berühmt-berüchtigte Karten sind Sachkarten wie der Baum, der Sarg, die Sense, der Turm, das Herz und das Kreuz oder Personenkarten wie der Reiter. Bei einer Legung mit Lenormandkarten werden die Grundbedeutungen der Karten durch die der umliegenden Karten beeinflusst, mitunter sogar negiert. Legesysteme, die sich anbieten, sind die Tages-, Wochen- oder Monatskarte, das Entscheidungsspiel, die Große Tafel sowie das Kreuz, bei dem es sich um ein einfaches Grundlagensystem handelt, bei dem vier Karten gezogen werden.

Kipper

Kipperkarten ähneln den Lenormandkarten. So umfasst auch das Kipperkartendeck 36 (nummerierte) Spielkarten, auf denen eine Person oder ein Ereignis abgebildet sind. Charakteristisch für die Kipperkarten sind die vielen Personenkarten, die die Menschen im Umfeld des Fragestellers repräsentieren sollen. 1890 wurden die Kipperkarten von dem Verleger und Schreibwarenhändler Matthias Seidlein in München herausgebracht. Sie sind noch heutzutage in ihrer bodenständigen, ursprünglichen Gestaltung erhältlich. Die Kipperkarten sind durchnummeriert. Jede von ihnen trägt einen Namen, der sie beschreiben soll und verschieden ausgelegt werden kann – abhängig von Fragestellung und Legemuster. Zu den Karten zählen die Ehestandskarte, die Zusammenkunft, das Haus, das Wohnzimmer, die Militärperson, das Gericht, der Diebstahl und das Gefängnis.

Orakelorakelkarten

Orakelkarten existieren in zahlreichen Varianten. Es gibt Seelenkarten, Baumkarten, Einhornkarten, Blumenkarten, Engelskarten, Steinkarten, Elfenkarten und noch viele, viele andere Kartendecks. Besonders beliebt sind sie, um drei Karten für den Tag oder für eine Frage zu ziehen, um auf diese Art und Weise eine Aussage oder Antwort dazu zu erhalten. Die Symbolik der Orakelkarten ist sehr komplex. Orakelkartendecks eignen sich hervorragend, um den Gemütszustand des Fragestellers zu deuten. Dagegen ist es schwierig, mit ihnen die Entwicklung der Zukunft einzusehen, weil sie eher dazu gedacht sind, den Fragenden dabei zu unterstützen, eine Situation in der Gegenwart zu verstehen und korrekt damit umzugehen.

Kartenlegen – wie geht das?

Das Legen von Karten ist die Kunst, auf der Grundlage von Kartendecks eine Entwicklung in der Zukunft zu deuten. Das Unterbewusstsein des orakelkarten2Kartenlegenden soll dazu imstande sein, aus den Kartenbildern eines Menschen eine Frage zu beantworten, die dieser an sein Leben stellt. Die Technik des Legens hängt von der Art der Frage ab. Die Karten, die verwendet werden, sollten ein in sich abgeschlossenes System bilden, das das Leben in all seinen Facetten widerspiegelt. Bei der Fragestellung gilt es, daran zu denken, dass eine Antwort immer nur so intelligent sein kann wie die Frage. Übrigens kann das Ergebnis einer Kartenlegung durchaus geändert werden. Es gilt der Grundsatz: Was einem bewusst wurde, kann auch bewusst geändert werden. Man kann die eigene Lebenssituation also durch eine bewusste Entscheidung ändern. Dabei kann das Legen der Karten einem gerade insofern helfen, die eigene Lebenssituation erst zu erkennen. Wer die Karten zu Rate zieht, ohne dazu bereit zu sein, etwas zu ändern, wird sich nicht weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass es sinnlos ist, die Kartenlesenden zu wechseln, um schließlich den zu finden, der einem sagt, was man hören möchte.

Warum funktioniert Kartenlegen?

In den letzten Jahrzehnten hat das Kartenlegen einen erstaunlichen Aufschwung erlebt. Das hat damit zu tun, dass es bereits vielen Menschen helfen konnte. Durch das Legen von Karten wie Tarotkarten, Lenormandkarten, Kipperkarten oder Orakelkarten können durchaus bestimmte Fragen beantwortet werden. Warum? Weil beim Legen durch den Wahrsagenden die Energie des Moments auf die Karte projiziert wird. Bei dieser kann es sich um die Energie einer Situation, aber auch um die Energie einer Frage oder eines Gedankens handeln. Die Energie bringt genau die Karte zum Mitschwingen, deren Grundschwingung der der Fragestellung ähnelt. Der Kartenleger nimmt ebendiese Energie mehr oder weniger bewusst wahr, so dass er schließlich zu der Karte greift. Das bedeutet, dass die Karte, die gezogen wird, immer auch dem Schwingungsfeld der Energien entspricht. Beim Kartenziehen kann man grundsätzlich nichts falsch machen. Das ist bei der Deutung der Karten schon anders. Sie hängt davon ab, wie gut der Kartenleger sich in die Parallelität zwischen Karte und Leben einfühlen kann. Faktoren wie die Frageformulierung und eventuelle Störgedanken können durchaus die Qualität der Deutung beeinträchtigen. Dennoch sei festgehalten: Bei einer einfühlsamen Deutung kann das Legen von Karten als Werkzeug zur Selbsterkenntnis dienen. Es hilft dabei, vor- oder unbewusste Gefühle aufzuspüren und zu identifizieren. Kein Wunder, dass einige versierte Psychologen es auch in einem therapeutischen Kontext verwenden.

Kartenlegen – warum trifft nichts ein?

Sucht man eine Kartenlegerin oder einen Kartenleger auf, hat man nicht selten bereits die Antwort auf die Frage, es fehlt einem aber die Fähigkeit oder Möglichkeit, darauf zuzugreifen. Die Gründe dafür können vollkommen unterschiedlich sein. Der Kartenlegende versucht, die Antwort auf die Frage, die sich im Inneren des Fragestellenden verbirgt, zu befreien, indem er eine Verbindung zu ihm aufbaut. Mitunter kann es vorkommen, dass der Ratsuchende sich einer Antwort verschließt. Auch die Verfassung des Ratsuchenden ist wichtig. Die Kunst des Kartenlegens ist nicht unfehlbar, denn die Zukunft ist keine Straße, die immer gerade verläuft. So hängt eine Frage oder ein Problem nicht immer nur mit dem Ratsuchenden, sondern auch mit den Menschen in seinem Umfeld zusammen. Grundsätzlich deutet eine Fehlprognose immer auch auf eine Blockade im Unterbewusstsein der Fragestellerin oder des Fragestellers hin. Die Ursache hierfür liegt meist in Gedanken und Gefühlen begründet, die nicht losgelassen werden können.

Orakel – was ist das?

Ein Orakel ist eine Weissagung, die mithilfe eines Rituals oder eines Mediums offenbart wird. Es kann einem beispielsweise dabei helfen, eine wichtige Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Heutzutage existieren zahlreiche verschiedene, mitunter auch moderne Varianten, so beispielsweise das Engelsorakel. Durchlebt man gerade eine spannende oder anspruchsvolle Lebensphase, können Orakelkarten einen durchaus unterstützen. So lohnt es sich durchaus, die Dinge umzusetzen, die die Karten einem aufzeigen.

Wie orakelt man richtig?

Eine angenehme Atmosphäre unterstützt die Fragestellerin oder den Fragesteller dabei, die Orakelkarten zu befragen – so beispielsweise, indem er eine Kerze oder ein Räucherstäbchen anzündet. Ebenfalls sinnvoll ist es, kurz die Augen zu schließen, um zur Ruhe zu kommen und sich zu überlegen, welche Frage gestellt werden soll. Man sollte darauf achten, eine Frage zu formulieren, die möglichst genau ist und nicht nur mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Danach werden die Karten gemischt. Man sollte dabei an die Frage denken. Karten, die herausfallen, haben eine besondere Bedeutung und sollten zur Seite gelegt werden. Schließlich werden die Orakelkarten fächerartig ausgebreitet. Bevor man eine Karte zieht, sollte man noch einmal an die Frage denken. Die Deutung der Karten ist nicht immer einfach. Es empfiehlt sich daher durchaus, einen erfahrenen, professionellen Kartenlesenden zu befragen. Nur so kann die Arbeit mit den Orakelkarten dabei helfen, Hinweise auf die Zukunft zu erkennen und umzusetzen.